Mehr als hundert kleine Kinder kommen jeden Morgen an der Hand ihrer Mütter oder älteren Geschwister über die staubigen Straßen der brasilianischen Großstadt Santarém am Amazonas. Nach einem langen Fußmarsch sind sie froh, wenn sie endlich ihr Ziel ereichen: die SEARA-Tagesstätte für unter- und mangelernährte Kinder am Amazonas. Hier bekommen sie etwas zu essen, können spielen, lachen, lernen, toben!
SEARA - mit diesem Namen verbinden viele Familien am Rande der Urwaldstadt Santarém die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Von ausländischen Firmen aus ihren Dörfern am Amazonas verdrängt oder in der Hoffnung auf materiellen Wohlstand sind sie in die Siedlungen am Stadtrand gezogen und haben sich auf die Suche nach Arbeit gemacht - meist jedoch vergeblich.
Das Leben in diesen Elendssiedlungen ist hart und die Lebensbedingungen dieser Menschen meist katastrophal: Oft teilen sich bis zu zehn Personen einen Raum, fließendes Wasser und sanitäre Einrichtungen fehlen, Krankheiten breiten sich aus. Viele Kinder sind unter- und mangelernährt. Die älteren von ihnen müssen oft für den Familienunterhalt mitarbeiten, statt zur Schule zu gehen, und enden meist als Straßenkinder. Die Mütter, häufig von den (Ehe)Männern alleingelassen, sind mit der Verantwortung für Leben und Überleben der Familie überfordert.
SEARA hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Situation dieser Familien dauerhaft zu verbessern. In den beiden Zentren CEJB und CIAFF betreuen einheimische Mitarbeiter und deutsche Freiwillige 140 Klein- und 60 Schulkinder, 20 Jugendliche und 120 Familien gesundheitlich und pädagogisch. Durch verschiedene Förderprogramme helfen sie ihnen, Wege aus der Armut zu finden - für eine bessere Zukunft für die Kinder und ihre Familien.
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